Zum
geschichtlichen Hintergrund:
Heute
möchte ich euch eine der berühmtesten Maschinen der USAF
vorstellen, die „Oyster
03“ – so das Rufzeichen dieser F-4D (Seriennummer 66-7463) von Captain
(später
Brigadegeneral) Richard S. Ritchie, dem ersten Fliegerass der US Air
Force im
Vietnamkrieg, zusammen mit seinem Waffensystemoffizier Captain Charles
B.
DeBellevue. Diese F-4D ist eine der berühmtesten MDD Phantom II
der US Air
Force. Als legendäre "MiG-Killer"-Maschine ist sie eng mit dem
einzigen US-Ass des Vietnamkrieges verknüpft.
Die
Maschine war in Thailand auf der Ubon Royal Thai Air Force Base
stationiert und
gehörte zum 555th Tactical Fighter Squadron ("Triple Nickel“). Die
F-4D
"OY 463" (bei ihrem ersten Abschuss trug sie das Rufzeichen „Oyster
03“) erzielte insgesamt fünf Abschüsse von MiG-21, was sie zu
einem der
erfolgreichsten US-Kampfflugzeuge seit dem Koreakrieg macht.
Die
555th Tactical Fighter Squadron war vom 25. Februar 1966 bis zum 1.
Juni 1968 auf
der Ubon Royal Thai Air Force Base stationiert. Während ihrer
historischen
Luftsiege im Jahr 1972 gehörten die Besatzungen und das Flugzeug
zur 555th
Tactical Fighter Squadron. Diese war zu diesem Zeitpunkt fest dem 432nd
Tactical Reconnaissance Wing unterstellt, welches dauerhaft in Udorn
lag. Von
Udorn aus starteten Ritchie und DeBellevue zu ihren berühmten
Einsätzen im
Rahmen der „Operation Linebacker“. Auch zu ihrem
geschichtsträchtige „Oyster
03“-Einsatz vom 10. Mai 1972 hob diese F-4D von Udorn ab.
Das
Originalflugzeug ist heute ein historisches Ausstellungsstück und
steht auf dem
Gelände der US Air Force Academy in Colorado Springs.
Zum
Modell:
Es
ist
sicher allgemein bekannt, welche Probleme es bei der korrekten
Darstellung
diverser F-4-Varianten im Maßstab 1:144 gibt. Immer die gleiche
E- oder EJ-Version,
durch alle Anbieter präsentiert, häufig falsch zugeordnete
Decals, die auf
andere Versionen gehören, schlechte Gußqualität u.v.m.
Ausnahme:
Die F-4-Varianten von Tomytec, die ich hier und hier schon vorgestellt
hatte. Brilliant! Nicht nachvollziehbar, dass diese aus dem
Programm genommen und von keinem anderen Hersteller mehr angeboten
werden!
Mittlerweile werden sie fast mit Gold aufgewogen!
Umso
interessierter war ich, als ich auf der Plattform cults3D.com auf
diverse
F-4-Varianten als käuflich zu erwerbende stl-Dateien stieß.
Mein Held am
3D-Drucker, Sebastian, war bereit, die von mir für gerade mal 9,99
€ gekaufte
Datei in 1:144 auszudrucken. Da Sebastian einen tollen Resine-Drucker
hat, war
die Qualität wie erwartet sehr gut! Sogar das gedruckte
Klarsichtteil war
glockenklar! Da kommt Freude auf! Die Gier zum Bau war kaum abzulegen,
so dass
einige andere „Projekte“ in den Hintergrund rückten, so auch
einige Slotcars im
Maßstab 1:32, die ich seit einiger Zeit als Testbauten bzw.
Prototypen für
Sebastian erstelle.
Einziger
Nachteil dieser angebotenen Datei bzw. dieses Modells: Es hat kein
Cockpit!
Aber das schreckt einen Modellbauer und F-4 Fan kaum ab, zumal meine
Grabbelkiste
recht gut gefüllt ist.
Auffällig
sind sicherlich die stark betonten Blechstöße, die ich nach
der Lackierung
dennoch mit Tamiya-Wash betont habe. Im Endeffekt fallen sie eigentlich
nicht
mehr so stark ins Gewicht. Interessant ist auch die Umsetzung des
Fahrwerks: Hier
ist der Fahrwerkschacht gleich mit angegossen. Die verleiht dem Ganzen
mehr
Stabilität und ist auch einfacher zu bemalen. Lediglich in der
Höhe müssen
diese Bauteile angepasst werden. Weitere Features sind das
eingezogene/ausgefahrene
Fahrwerk, ein wahlweise ausgefahrener/eingezogener Fanghaken und
klappbare
Tragflächenenden. Dies gilt im Übrigen für alle
F-4-Versionen dieses Anbieters.
Die
Bauteile lassen sich gut von ihrer Stützstruktur entfernen, ohne
ins Bauteil an
sich abzubrechen, was ein aufwändiges Verspachteln erforderlich
machen würde.
Selbst die Lenkwaffen sind recht passabel wiedergegeben. Je nach
Version und
Vorbildlage mag man entscheiden, ob man die beigefügten
Sidewinder- und
Sparrow-Raketen für eine MiG-CAP verwendet oder ggf. auf den
umfangreichen Waffensatz
von Platz zurückgreift.
Lackiert
wurde wie immer mit Vallejo- und Tamiya-Farben. Das SEA-Tarnschema
brachte ich mittels selbst erstellter Schablonen auf. Revell Mattlack
als Finish. Die
Decals stammen aus dem Bogen 144-010 von Printscale, der sicherlich
vielen
bekannt sein dürfte. Hiermit lassen sich eine Vielzahl von
F-4-Varianten
realisieren.
Für
diesen
ersten Versuch bei der Umsetzung dieser 3D-Datei war ganz klar die
„Oyster 03“
im Fokus. Als nächste Maschine ist die F-4C von Col. Robin Olds in
Planung.
Auch diese F-4 lässt sich mit dem angesprochenen Decalbogen
erstellen.
Meine
kleine Szene (Fotos oben), die ich auf einer hölzernen Base mit
dem Set von Noy Pines
erstellt habe (Aggregat und Figuren kommen von Heroes Models),
ließ ich nach
Fertigstellung nochmal von KI „kritisch überarbeiten“. Tolle
Ergebnisse, wie
ich finde – wenn man die Prompts so konkret wie möglich erstellt!
Bei
obigem Foto wollte ich lediglich den Sockel, die Fußplatten der
Figuren und den Hintergrund angepasst haben. Das Foto unten zeigt die
"Oyster 03" in ihrem "natürlichen Habitat", der Ubon RTAF -
mittels KI !