Drohnenkontrollflugzeuge

Geschichtlicher Hintergrund:

Die Entwicklungsgeschichte der Drohnen reicht bis zum 1. Weltkrieg zurück. Das britische Militär setzte 1917 erste funkgesteuerte Flugzeuge („Aerial Target") ein und der amerikanische "Kettering Bug" (ein früher Lufttorpedo) werden getestet.

1931 startete die Royal Air Force erste funkgesteuerte Flugzeuge als Zieldrohnen.

Die hier gezeigten Drohnenkontrollflugzeuge der US Navy wurden aus umgebauten Einsatzmaschinen erstellt. Die F6F-5D Hellcat war eine Nachkriegsvariante des berühmten Grumman Hellcat-Jägers, hier nun als Drohnenleiter-Umrüstung des F6F-5-Modells, die Ende der 1940er und 1950er Jahre für Zielübungen und Raketentests verwendet wurde und eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Drohnentechnologie und früher gelenkter Raketen spielte. Einige dieser Exemplare waren noch bis 1960 im Einsatz. Dabei kam die Hellcat sowohl als Drohnenleitflugzeug, aber auch als Zieldrohne selbst zum Einsatz. Die F6F-5K als Zieldrohne hatte ich bereits vor einiger Zeit hier vorgestellt.

 

Auch wurde eine geringe Anzahl von Grumman F7F Tigercat zu -2D-Varianten als Drohnensteuerungsflugzeuge umgebaut. Diese Maschinen wurden mit einer Grumman F8F Bearcat-Cockpithaube hinter dem Flugzeugführercockpit für den Drohnenleit-Operator ausgestattet.

Zu den Modellen:

Letztendlich war es die Suche nach einer interessanten Lackierung für die Tigercat, die mich auf das Drohnenthema brachte. Der Resine-Bausatz der Tigercat kommt von Anigrand, er liegt als Bonus-Kit dem Bausatz der PBM Mariner bei. Ca. 10 Jahre lag mein Bausatz nun schon in meinem Stack. Da ich mein Sammelthema zur US Navy auf die Zeit nach 1945 eingegrenzt hatte, kamen für mich die einfarbig roten, orangenen oder gelben Lackierungen für die Zieldrohnen, wie sie bereits in der Zeit vor 1945 verwendet wurden, nicht infrage. Das war mir schlichtweg zu langweilig. Zudem hatte ich ja schon einmal eine orangefarbene Zieldrohne gebaut – siehe obigen Link zum Bau der F6F-5K Hellcat.

 


Ebenfalls schon seit Jahren liegt die Drohenleitflugzeug-Variante der Hellcat in meinem Schrank und bei Recherchen zur Tigercat stieß ich auf die gleiche Lackierung, wie sie die Hellcat aus meinem Bausatz aufwies! Das war für mich der Auslöser, beide Bausätze zeitgleich zu beginnen – man darf ja bei der Lackierung ruhig ein wenig ökonomisch vorgehen…

 

Während die oob-gebaute Hellcat aus dem Bausatz von Platz auf den wunderbaren Kit aus dem Hause Eduard zurückgreift (siehe ebenfalls den Link oben), ihn quasi „nur“ noch mit einem Decalblatt für 4 farbenfohe Varianten „veredelt“ (ein Drohenleitflugzeug, drei Zieldarstellungsdrohnen), lag der Fall bei der Tigercat schon ein wenig anders.

 

Der „glossy sea blue“-Anstrich der frühen US Navy-Jahre, besonders zu Zeiten des Korea-Krieges, wurde für die Drohnenleitflugzeuge mit einem auffälligen gelb-roten Anstrich ergänzt. Das sieht man nicht alle Tage! Und erst recht nicht bei einer Tigercat! In der -2D-Version musste „nur“ noch das hintere Cockpit nebst Haube der F8F Bearcat ergänzt werden. Jedoch: Die Tigercat besteht aus vollmassiv gegossenem Resine und trägt ein Bugfahrwerk! Tailsitter vorprogrammiert! All meine Bemühungen, Gewicht hinter der Mittelachse im Rumpf mittels Fräser herauszunehmen, quasi hohl zu machen, bei gleicher Methode den vorderen Rumpfbereich und sogar die Motorzellen mit winzigen „Liquid Gravity“-Bleikügelchen zu füllen, schlugen fehl! Stand die Maschinen vor der Montage des Höhenleitwerks noch wunderbar sicher auf dem Bugfahrwerk, war’s nach der Montage der beiden Leitwerkflächen vorbei! Bei solch einem minimalen Gewicht! Hier hatte ich ein „déjà vu“, das gleiche passierte mir vor Jahren schon einmal bei meinem Bau der Grumman C1-A Trader! Fräsen bis der Arzt kommt, hinten leeren, vorne verbleien – und doch war’s nix! Nun gut, in diesem Fall zog dieser Umstand ein Verkleben auf der Sockelplatte nach sich. Zur Sicherheit habe ich das Vorderrad der Tigercat noch mit einem 0,3er Messingdraht gestiftet, den ich im Massivholzsockel einklebte.

 


Das Modellieren des hinteren Cockpits erforderte bei der Tigercat ein Aufspachteln mittels 2K-Spachtel aus dem Kfz-Sektor an den Rumpfseiten. Die Vertiefung des Cockpits wurde nach anpassenden Schleifarbeiten vorgenommen, Sitz und Instrumentenbrett kommen aus der Grabbelkiste. Die Bearcat-Haube ist ein tiefgezogenes Teil von Brengun. Wie immer lackierte ich mit Vallejo-Farben, die Decals für die Tigercat stammen aus generischen Bögen und wurden durch Schiebebildchen aus meinem Fundus ergänzt.

 


Das Rollfeld aus Karton habe ich im Web gefunden und durch ein paar Grasbüschel aus dem Modellbahnzubehör ergänzt. Die Figuren sind vom leider nicht mehr existenten Anbieter Heroes Models – Stefano Santonicito hat die Produktion seiner wunderbaren Zubehörartikel im 144er Maßstab zum Jahresende 2025 komplett eingestellt! Sehr schade! Der Chrysler New Yorker kommt von C&F Modellbau aus dem 3D-Drucker und ist ursprünglich ein Spur-N-Modell, welches Falk Werner auf 1:144 vergrößert hat.



Die beiden Maschinen waren bei den folgenden Einheiten im Einsatz:

Grumman F6F-5D Hellcat, Drohnenkontrollflugzeug der VU-5 Det. B, Naval Air Station Naha, Okinawa, 1958

Grumman F7F-2D Tigercat, Drohnenkontrollflugzeug der VU-6, Naval Air Station Norfolk, VA, 1963

Zum Abschluss wieder mal eine kleine Spielerei mittels KI (ChatGPT), zunächst das Originalfoto meiner Modelle:


Und hier das gleiche Bild, durch KI "gesupert":


Voll crazy, oder?


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